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Frieding – Der September hat sich schon etliche Namensänderungen gefallen lassen müssen, schreibt der Friedinger Heimatschriftsteller Georg Queri (1879 – 1919) im 1913 erschienenen „Bayrischer Kalender“. Unter anderem wollte man ihm die Namen großer Männer verpassen. Versuche wurden mit „Germanikus“, „Antonius“, „Herkules“ und „Tacitus“ gestartet. „Doch weder diese noch das schöne deutsche Wort Herbstmonat haben sich einbürgern können“, stellt Queri fest. Wobei Herbstmonat durchaus zutreffend sei: alle Scheunen sind nun gefüllt mit Getreide, Flachs und Holz, in Kisten und Kästen und Kellern lagern Fleisch, Obst, Kohl, Honig und Rüben und der Bauer hat auch Geld vom Markte heimgebracht (so war es jedenfalls vor rund 100 Jahren); die Grundbedingungen, die der Herbst stellt, sind erfüllt: für den Winter ist vorgesorgt.
Von den Heiligen des Monats September sei St. Magnus (6. September) erwähnt. Dieser nämlich könne angerufen werden, wenn gegen Feldmäuse und andere Ungeziefer zu Felde gezogen werden müsse. „Noch gegen Ende des 18. Jahrhunderts haben die Benediktiner von Füssen den Stab des heiligen Magnus viele Meilen weit in die von Mäusen heimgesuchten Dörfern getragen, um sie von der Plage zu befreien.“ Ein anderer Heiliger ist St. Michael, der laut Queri bei weniger gut Betuchten als böser Heiliger gehandelt wird. Denn um Michaeli (29. September) herum „verlangt die Haushaltung schon Licht, das erst an Benedikti (21. März) wieder gespart werden kann“. Findet man an Michaeli Eicheln, lässt sich gut erkennen, wie das nächste Jahr wird. „...haben sie Spinnen, so kommt kein gut Jahr, haben sie Fliegen, zeiget ein mittel Jahr vorwahr.“ In der Waage Geborene sind treuherzig, bescheiden, still, fromm und gegen arme Leute sehr guttätig, lieben die Gerechtigkeit und Wahrheit und alle Redlichkeit. Merk’s Mensch: „Zu dieser Zeit bad, nimm Arznei, sä, pflanz, sei guten Muts dabei; mit Vögeln, Früchten, Ziegenmilch gut neben kühlem Wein frisch auf dein Blut.“

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