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Frieding – „Froschlaich“ sollte man im März sammeln und destillieren, empfiehlt Georg Queri (1879 bis 1919) – zumindest in seinem einzigen Bauernkalender, der anno 1903 im Piper-Verlag erschienen, jedoch längst vergriffen ist. Von Glück kann der sprechen, der irgendwo auf einem Flohmarkt oder im Speicher diese antiquarische Rarität findet. Denn darin wird unter anderem verraten, was es mit dem Forschlaich so grundsätzlich auf sich hat. „Hitzige Wunden“ lassen sich durch die Laich kühlen und wer im März seine Hände in selbiges taucht, hat das Jahr über das unbändige Glück, weder durch Krätze noch Franzosen belästigt zu werden. Der März ist laut Queri überhaupt der Wunder voll: „Brate dir in diesem Monat eine Bockleber, bestreu sie mit Kampfer, wickle sie in ein frisches Kalbs- oder Schafsnetz und binde das an eine Rute und fische mit dieser Rute vom Mai an den ganzen Sommer durch, so wirst du viele, viele Fische und Krebse fangen.“ Einen wichtigen Tipp gibt der Friedinger Heimatschreiber all’ denjenigen, die sich ein Holzmöbel anfertigen wollen: „Bäume, die man an den zwei letzten Märzfreitagen fällt, geben Bretter, die immer gerade bleiben und nicht werfen.“
Übrigens: Der März hat seinen Namen von Martius, dem Vater des Romulus. Schon vor Karls des Großen Zeiten habe man diesen Monat allenthalben freudig begrüßt, weil er die Poren der Erde öffnet, aus der nun die Feuchtigkeiten aus dem Innern kommen, Tieren, Kräutern und Bäumen zugute. Deshalb wurde früher auch angenommen, dass am 12. des Monats die Erde geboren worden sei und justament an diesem Tage durch Erneuerung und Verjüngung ihr Geburtstagsfest feiert. Auch den Menschen stellte Queri eine Verjüngung in Aussicht. Er empfiehlt speziell im März, zwei mal so viel Blut beim Aderlass wegzugeben, als im übrigen Jahr. Außerdem: „Merk’s Mensch! Für die Runzln bad, köpf und purgier, bös’ Furcht, Wind, Katharr und Schweiß ausführ, iß Kalbfleisch, süß kocht, warm dich halt, meid Wein und Venus, so wirst du alt.“
Auch zum Sternzeichen Widder, das am 21. März beginnt, hat sich Georg Queri seine eigenen Gedanken gemacht: Kinder in diesem Zeichen geboren, sind seiner Meinung nach beherzt, kühn und zänkisch, besonders mit ihren Hausgenossen, wie auch mit Fremden. Mild gegenüber seien sie nur Leuten, die ihnen keinen Dank entgegen bringen. Queri: „Widder haben bei großen Herren wie bei kleinen Leuten große Gunst und Förderung und kommen zu großen Ämtern, begleitet von viel Haß, Neid und Ungunst.“

Queris Gedanken zum Mai
Queris Gedanken zum Oktober
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