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Frieding - Ein einziges Mal versuchte sich der in Frieding geborene Heimatdichter Georg Queri an einem „Bayerischen Kalender“, der 1913 im Piper-Verlag erschienen ist. Das besondere an diesem mit Bauernregeln, Anekdoten, Mondscheiben, Glückstabellen und andere Weisheiten gespickten Jahrbuch sind die originelle Illustrationen aus der Feder von Paul Neu. In Teil II wollen wir heute einen Blick auf Queris Interpretation des Monats Februar werfen:
„Februarius, der Hornung, an dem man vor Zeiten den Verstorbenen februiert und geopfert hat. Denn februare heißt ausfegen, säubern, reinigen, und februa sind die Opfer, die die Alten in diesem Monate den Seelen der Verstorbenen brachten... Er ist auch ein harter Monat wie der August. Und der August sagt: Der Februarius ist mein Bruder, und wenn ich seine Macht hätte, so wollt ich die Leut vorn erfrieren und hinten sieden... Am Tag des hl. Blasius (3. Februar) läßt man sich in der Kirche über geweihten Kerzen einblaseln; denn St. Blasius schützt vor Krankheiten des Halses... Am Tage Valentini (14. Februar) setz keine Hennen an, denn die Jungen werden entweder blind oder lahm, oder sie sterben sonst weg...“
Queri widmete sich aber auch dem Orakel. Für alle, die an einem 1., 17. oder 18. Februar geboren sind, sagt er nicht viel Gutes voraus. Von Armut seien sie geplagt und nur wenigen dieser Menschen sei es vergönnt, glücklich zu werden. Hüten aber sollten sich Heiratswillige, sich an solch’ einem Unglückstage zu verloben oder gar den Bund der Ehe einzugehen. Auch ihr Begleiter wird auf ewige Zeiten die Armut sein.
Als ein früher Jörg Kachelmann betätigte sich Queri, indem er passend zum Monat Wettersprüche veröffentlichte. Für den heutigen 6. Februar hätte er vorher gesagt: „Sankt Dorothe, bringt den meisten Schnee.“ Zum Schluss noch ein herzliches Rezept: „Im Februar sollen frisch gelegte Eier dem Herzen große Kraft machen.“


Mit Queri durchs Jahr...Januar
Mit Queri durchs Jahr...
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