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Frieding – Der August ist nach dem römischen Kaiser Octavius Augustus benannt, der dem Volk in Rom große Wohltaten erwiesen hat. „Aber es steht diesem Monat die Bezeichnung Erntemonat viel besser an, weil er den Anfang ist zum Einheimsen der Reichtümer des Bodens“, schreibt der in Frieding geborene Schriftsteller und Journalist Georg Queri (1879 – 1919) in seinem 1913 erschienenen und längst zur begehrten Rarität gewordenen „Bayerischer Kalender“. Am Laurenzitag (10. August) empfiehlt der Autor, „musst du des Mittags, wenn’s elfe läutet, in einem Winkel deines Gartens die Erde aufgraben, so wirst du Kohlen finden. Denn der hl. Laurenzius ist auf einem Rost über Kohlenfeuer gemartert worden. Und die Kohlen, die du da findest, sind ein sicheres Mittel gegen Hexen und Truden. Wenn’s wieder Philippi und Jakobi wird im anderen Jahr, dann lege sie glühend in deinen Garten – die Unholde werden sich die Füße daran verbrennen.“
Die Bauern läuteten den Herbst an Laurenzi ein, weil ihrer Meinung nach an diesem Tag das Holz beschließe, nicht mehr zu wachsen. Die Fischer waren da anderer Meinung: an Bartholomäi (26. August) fängt’s an zu herbsten; da hören die Fische auf, der Länge nach zu wachsen und setzen nur mehr in der Dicke zu.“
Queris Sammeltipp im August waren „Sonnenwirbeln“. Die beste Zeit dazu sei, wenn die Sonne in der Jungfrau steht. Die „Sonnenwirbel“ sollten zusammen mit einem Wolfszahn, so schwer dieser auch zu bekommen sei, in ein Lorbeerblatt gewickelt werden. „Und so du diese drei Dinge mit dir trägst, kann dir nie jemand zuwider reden und alles muss dir gute Worte geben. Und so dir jemand etwas gestohlen hat, lege dieses Bündelchen des Nachts unter dein Kissen und dein Träume werden dir den Dieb zeigen.“
Am 20. geht die Sonne in die Jungfrau über. Kinder, die in diesem Zeichen geboren sind, sind kunstreich, klug aufmerksam, milde, gelehrig, gütig, freundlich, sittsam, fromm und in Gesellschaft, in er sie überhaupt gerne verweilen, fröhlich. Die Jungfrau-Knaben jedoch lassen sich laut Queri nur allzu gerne von den Frauen betören.
Und zum Schluss „Merks Mensch“: „Der August gibt sauer Speiß, Salben und Wein, Mittagsschlaf soll mäßig sein; wenn’s nicht große Not erzwingt, Schweißbad nur Schaden bringt. Granatäpfel sind jetzt gesund, dem Weib bleib fern, schlaf nur sechs Stund.“


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