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Frieding – Jetzt heißt es, das Gehirn zu füttern. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn geht es nach dem Friedinger Heimatschreiber und Kriegsberichtserstatter Georg Queri (1879 – 1919), sorgen Hühnchen auf dem Speisenplan im April für „gut Geblüt und Temperament und geben frische Farbe und helle Stimme“. Wiewohl die Hühner von den Bauern ebenso gern gegessen werden als von den Stadtleuten, so soll das Federvieh laut Queri den Gelehrten und allen, welche mit dem Kopfe arbeiteten, doch am meisten zum Nutzen reichen. „Denn sie stärken und vermehren das Gehirn und machen lustig und geschickt zu allen Dingen“, schreibt Queri in seinem Bauernkalender, der vor 100 Jahren im Piper-Verlag erschienen und längst nicht mehr erhältlich ist.
Wer weniger Wert auf Nahrung legt, die den Geist stärkt, dem empfiehlt der Autor im Monat April weiche Speisen, wie Lamm- und Hammelfleisch und Backfische. Damit nicht genug. Weil „Aprilis“ – der Öffnende – die Erde ganz auftut, damit alles fein heraufgrünen kann, sollte der Körperpflege gleichfalls Bedeutung beigemessen werden. „...aber den Leib dazu wohl üben und bewegen und baden. Zur Ader laß dich sonderlich, wenn der Mond im Stier steht; es weicht in dieser Zeit das Phlegma aus dem Leibe.“
Den ersten Tag im April, der ja Gott sei Dank schon vorbei ist, nennt Queri den „bösesten Unglückstag im Jahr“. Denn nicht nur, dass allerhand passieren kann, „...außerdem laufen an diesem Tage die gelehrtesten Leute als Narren herum und die Kinder rufen laut: Aprilnarr! Aprilnarr“.
Queris alte Wettersprüch’: „Aprillen oder Mayen, einer muß schneien“ – „Der April, treibt sein G’spiel. Treibt er’s toll, wird das Tennet voll.“
Am 20. des Monats tritt die Sonne in den Stier. Auch dazu hatte sich Queri seine Gedanken gemacht: „In diesem Zeichen ist gut Ehemachen, Kinder entwöhnen, bauen, kaufen und verkaufen, säen und pflanzen, Gärten bauen. ...wenn Stiere in die Jahre kommen, werden sie karg und reich, kommen zu Ämtern, haben aber viel Missgönner und Feinde. Alten Leuten sind sie sehr gewogen.“ Uli Singer


Mit Queri durchs Jahr...
Queris Gedanken zum August
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