StartseiteBAYRISCHER KALENDER

Frieding – „Säim waar’s net oafach“ – für Georg Queri. Dem Friedinger Querdenker, Journalist und Kriegsberichterstatter blieben gerade einmal 40 Jahre (1879 – 1919), um sich anhand geschriebener Hinterlassenschaften unsterblich zu machen. Jetzt werden nicht nur der Autor, sondern auch seine zahlreichen Schriften neu entdeckt und letztere auch teuer gehandelt. Eine dieser Raritäten ist ein „Bayrischer Kalender“ auf das Jahr 1913. Verlegt wurde er damals trotz größter Bedenken des Verlegers im Piper-Verlag in München. Dass sich Reinhard Piper Queris Werk angenommen hatte, war ein ausgesprochener Glücksfall für den stets unter Geldmangel leidenden Autor. Allerdings erschien das Bauernjahrbuch nur in einer Auflage von 300 Stück. Da mochte Queri den Kalender auch noch so sehr dem „gebildeten Städter als interessante Lektüre“ ans Herz legen, er wurde zum Ladenhüter. Diejenigen, die Freude am Inhalt gehabt hätten, konnten entweder nicht lesen oder sie konnten sich das Buch nicht leisten. Diejenigen aber, die sich als gebildet schimpften und auch über das nötige Kleingeld verfügten, fanden keinen Gefallen an den mit kraftbayrischen Ausdrücken gespickten Schnurren, Wettersprüchen, Liedern, Bauernweisheiten, Glückstabellen für Lottospieler und Sketchen. Fehlen durfte auch nicht das für Queri typische „Aufklärerische“ gegen Kirche und Klerus. Die als Reihe geplante Herausgabe des Queri-Kalenders blieb beim einmaligen Versuch.
„Der Jänner hat seinen Namen in der lateinischen Sprach von Jano, dem man vor Zeiten alle ersten Ding zugeschrieben hat. Er macht’s Türl zum einen Jahr zu und zum andern auf, und die Schweden, so das Heiligtum zu Aufkirchen am Würmsee geplündert haben im langen Krieg, haben ihn darum den Thorsmonat geheissen.“
Das neue Jahr gehe nach Queri erst so richtig an Heilig-Drei-König an. Um das Jahr über von bösen Überraschungen verschont zu bleiben, solle man am Vorabend Räucherwerk, Salz, Wasser und Kreide in der Kirche weihen lassen und sie entsprechend anwenden. Wichtig für Kräuterweiberl: „Kräuter, die ersten sieben Tage gesammelt, sind allein Kindern dienstlich, in der zweiten Woche den Jünglingen und Jungfrauen, in der dritten den Männern und Frauen und in der vierten den Alten. Aber man muß die Kräuter früh vor dem Sonnenaufgang sammeln, wenn keine Wetter, Wolken und Nebel sind.“
Guten Rat gibt Queri unter „Merk’s Mensch“: ...im Schlaf halt Maß, meid’ Venusspiel, die Luft ändern schad’t dir nit viel“. Uli Singer

Queris Gedanken zum Februar
Queris Gedanken zum April
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